Zukunftsschutzgebiet
Stadtraum

hacking politics::

In einem kürzeren (oder auch längeren) Workshop wird nicht nur die Grundlage des Demokratie-Werkzeugs des Stadtratsantrags erklärt, sondern einige Anträge (fast) abgabefertig ausformuliert - making politics at its best!

Foto: Ralf Menzel

Foto: Ralf Menzel




> Ziel: Stadtratsanträge brauchen Biss, damit sie nicht einfach vom Alltagsgeschäft geschluckt werden können. Für die dafür notwendigen Feinheiten in strategischer Herangehensweise und Formulierung braucht es spezifisches Wissen! Der Workshop füllt den notwendigen Wissensspeicher der Teilnehmenden durch inhaltliche Kurzinputs auf und gibt ihnen wichtige Arbeitsmaterialien und Beispiel-Anträge an die Hand. Durch moderierte gegenseitige Beratung und - bei der längeren Workshopversion - die Teilnahme von Stadträt:innen bekommen die ausformulierten Anträge den notwendigen Realitätscheck. Am Ende können die geschriebenen Anträge (fast) sofort in den Stadtrat der Wahl eingereicht werden.


> Warum? 

  • um ein wichtiges kommunales Demokratie-Werkzeug Bürger:innen zugänglich zu machen
  • um vorhandene Themen und erste Ideen für Stadtratsanträge gemeinsam auf ihre Machbar- und Umsetzbarkeit zu prüfen
  • damit mehr Menschen befähigt sind, ihre Anliegen an den Stadtrat selbst zu formulieren und den Antrag einzureichen


> Speaker:innen: 

  • inhaltlicher Input: am besten Norbert Rost persönlich - aber es geht auch jede:r, der/die sich im Stadtratsantrag-Schreiben-Business einigermaßen wohlfühlt.
  • optional: weitere Moderationsperson
  • optional: 1 - 3 Stadträt:innen der eigenen Kommune (bei längerem Workshop)


> Teilnehmende / Gäste: alle Interessierten sind herzlich willkommen! Es ist ein Format für jung wie alt, Hipster wie Hippie - Anliegen für den Stadtrat haben eigentlich alle. 


> Wo, Wann, Wie lang? Damit verschiedenen Menschen der Stadtgesellschaft der Zugang möglich ist, sollte der Workshop außerhalb der meisten Studien- / Arbeitszeiten stattfinden. Gleichzeitig kann der Workshop auch länger gehen (je nachdem, wie lange ihr ihn plant) weswegen am frühen Nachmittag ein guter Startpunkt ist. Falls ihr die ausführliche Variante à 3 Teile plant, sollten diese innerhalb eines kurzen Zeitraums, d.h. innerhalb von 3 Wochen stattgefunden haben. Der Ort sollte ein funktionaler Raum sein, wo viele Menschen in Arbeitsatmosphäre zusammenkommen können, z.B. in Schul- oder Universitätsräumen. Pro Einheit geht der Workshop 3 h.


> Zeitpunkt: Der Workshop passt eigentlich immer ins Zeitfenster des Politikbetriebs - außer kurz vorm Sommerpausen-Loch, weil dann bleiben Dinge lange liegen. Manche Anträge formulieren Bedarfe für den kommunalen Haushalt, deswegen passt eine Durchführung gut, wenn ein neuer Haushalts-Beschluss in den kommenden Monaten ansteht.


> Vorbereitung & Durchführung: 

// 3 Monate vorher:

  • Bestimmt eine Organisationsperson.
  • Sucht ein:e fähige Speaker:in - fragt entweder direkt Norbert Rost oder hört euch um bei Menschen, besonders aus Bereichen der (Kommunal-)Politik.
  • Legt zusammen mit dem/der Speaker:in die Intensität und damit die Länge des Workshops fest: je nachdem, wie weit am Ende der Workshops die Stadtratsanträge sein sollen, könnt ihr 3 Tage à 3 h planen oder es gekürzt auf eine 3-Stunden-Session herunterbrechen. Sprecht auch ab, ob der/die Speaker:in gleichzeitig die Moderation übernehmen möchte oder es eine weitere Person braucht.
  • Setzt ein Datum (bzw. 3 Daten) und Uhrzeiten fest, sucht einen passenden Raum.
  • Falls ihr viel Zeit eingeplant habt für den Workshop, fragt für Tag 3 bei Parteien an, ob ein:e Stadträt:in am Workshop teilnehmen kann, um die Krux der Stadtratsanträge aus dem Alltagsbetrieb zu erläutern und Fragen zu beantworten. 

// 1 Monat vorher: 

  • Macht Werbung für die Veranstaltung in unterschiedlichsten Gruppierungen: beim StuRa, bei der lokalen FFF-Gruppe, im soziokulturellen Zentrum, im Späti um die Ecke. Wenn ihr Gelder habt, druckt dafür am besten ein paar Flyer.

> ! Eine Anmeldung ist wünschenswert, damit die Moderation sich auf die Gruppengröße einstellen kann.

  • Habt ihr Stadträt:innen gefunden? Wenn nicht, bohrt nochmal nach!

// 1 - 2 Wochen vorher: 

  • Geht mit der Moderation den Ablauf durch, klärt den Zwischenstand der Anmeldungen, besprecht das notwendige Material.

> ! Auf https://zukunftsstadt.de/hacking-politics findet ihr wichtige Arbeitsmaterialien (CC-Lizenz)

  • macht nochmal ordentlich Werbung! 

// am Tag: 

  • Richtet den Raum her, bringt alle Arbeitsmaterialien ausreichend für die Teilnehmenden (inkl. etwas mehr für die spontan Entschlossenen) mit. Das Setting sind Gruppentische für 4 - 6 Personen.
  • Empfangt den/die Speaker:in & Moderation min. ½ h vor Beginn, um noch offene Dinge abzuklären.

// Ablauf des Workshops: 

Tag 1: Schwerpunkt “Inhalte”

  • Begrüßt die Teilnehmenden und stellt den/die Speaker:in vor. Macht eine kurze Vorstellungsrunde der Teilnehmenden, das fördert eine gute Arbeitsatmosphäre. Übergebt dann an die Moderation/Speaker:in.
  • 1. Teil: Der/die Speaker:in gibt einen ca. 30-minütigen Input dazu, was unter “hacking poltics::” überhaupt zu verstehen ist. Inhalt sind u.a.: welches Werkzeug gibt es, um ein System kennenzulernen & zu analysieren; die kommunale Entscheidungsstruktur.
  • 2. Teil: Es werden erste Ideen und Anliegen für Stadtratsanträge in der ganzen Gruppe vorgestellt und besprochen. Welches Thema/welches Ziel sollen die Anträge der Anwesenden haben? Gibt es Teilnehmende, die gemeinsam an einem Antrag schreiben wollen?
  • 3. Teil: Es wird in Kleingruppen (oder auch alleine) mit Hilfe der Arbeitsmaterialien von Norbert Rost die Arbeit am Stadtratsantrag begonnen. Fokus ist heute der Inhalt.
  • Bevor ihr den Workshop für den Tag beendet, sollte es noch Raum für die Teilnehmenden geben, aufgekommen Fragen zu stellen. Dieser Punkt kann aber ggf. am Anfang des nächsten Tages gesetzt werden.

Tag 2: Schwerpunkt “Strategie”

  • Beginnt mit ein paar Worten des Willkommens. An dieser Stelle können auch Neulinge begrüßt werden, die am ersten Tag nicht dabei sein konnten. Erklärt ihnen, was am ersten Tag geschehen ist und lasst die Arbeitsgruppen von Tag 1 sich kurz vorstellen. Die Neulinge können dort einsteigen oder ein eigenes Projekt bearbeiten. Übergebt dann an die Moderation/Speaker:in.
  • Der/die Speaker:in gibt einen etwa 10-minütigen Input zur Strategie, d.h. dem Vorgehen, wenn man einen Stadtratsantrag erfolgreich einreichen will: wann, wie, wo und bei wem platziere ich mein Anliegen?
  • Mit dem Input und den Arbeitsmaterialien gewappnet gehen die Kleingruppen wieder an die Arbeit, tüfteln am Inhalt ihres Antrags und überlegen sich strategische Schritte für die Einreichung.
  • Auch hier: Bevor ihr den Workshop für den Tag beendet, sollte es wieder  Raum für die Fragen und Gedanken der Teilnehmenden geben.  

Tag 3: Schwerpunkt “Beratung durch Stadtratsmitglieder”

  • Zu Beginn stellt ihr oder der/die Speaker:in (je nachdem, wer die Politiker:innen eingeladen hat) die anwesenden Stadtratsmitglieder kurz vor.
  • Im Anschluss bekommen die Stadtratsmitglieder die Möglichkeit, sich, ihre Arbeit und ihre Eindrücke von den Arbeitsabläufen des Stadtrates vorzustellen.
  • Dann geht es zum Kern des Tages über: die Kleingruppen oder auch Solo-Antragsschreibende erläutern kurz ihre formulierten Anliegen.
  • Daraufhin verteilen sich die Stadtratsmitglieder auf die einzelnen Gruppen: Es werden kritische Nachfragen gestellt, sowie Tipps und Tricks zu den formulierten Anträgen gegeben. Nach 15 Minuten wird durchgetauscht. Jede Gruppe sollte von mindestens ein Feedback bekommen.
  • Vor dem finalen Schluss der Workshopreihe bittet alle Teilnehmenden ihre großen AHA-Momente, Erkenntnisse oder andere Gedanken zu teilen. Lenkt dafür die Aufmerksamkeit aus den Kleingruppen nochmal in die große Runde. Hier wäre auch Platz, damit die Teilnehmenden auf die geplante Weiterarbeit an ihren Anträgen aufmerksam machen können.
  • Zuletzt gibt es ein großes Dankeschön an die Teilnehmenden und ihr - schließlich über Tage andauerndes - Engagement, sowie an die Stadtratsmitglieder.

>> ! Die kürzere, 3-stündige Version des Workshops fokussiert insbesondere die thematischen Inputs zum kommunalen System, den hacking-Werkzeugen und der Strategie für Stadtratsanträge. Darauf aufbauend wird das Arbeitsmaterial vorgestellt, um dann in Kleingruppen erste Ideen von Anliegen zu formulieren. Eine Abschlussrunde mit Verständnisfragen und AHA-Momenten rundet den Intensivworkshop ab - das konkrete Ausfeilen der Stadtratsanträge fällt hier weg. Dafür können in dieser Version sich Arbeitsgruppen zu Antragsthemen finden.

>> ! Wir haben natürlich beim #raumkon19-Workshop den inhaltlichen Input protokolliert - hier geht's zur daraus entstandenen Anleitung hacking politics::

// 1 - 2 Wochen danach:

  • Arbeitet das Protokoll auf und schickt es (ggf. mit gezeigten Präsentationen) an die Menschen, die ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck hinterlassen haben


> Worauf noch zu achten ist: 

Dies ist ein Workshop, den Norbert Rost sich erdacht hat. Er stellt auf seiner Webseite die Arbeitmaterialien (CC-Lizenz), Beispiel-Anträge und anschauliche Videos zum Thema kostenlos zur Verfügung. Ihr könnt den Workshop vollständig unabhängig von ihm durchführen. Aber er hat’s natürlich schon am besten raus, wie man kurz & knackig Stadtratsanträge schreibt!


> Wie war es bei uns? 

Super divers und ergebnisreich! Da die Teilnehmenden aus ganz verschiedenen Ecken mit ganz unterschiedlichen Hintergründe kamen, waren auch die bearbeiteten Themen sehr durchmixt: ein Jugendparlament für Dresden, eine öffentlich zugängliche Brachflächenlistung, Verhinderung der militärischen Nutzung des Dresdner Flughafens und und und. Diese Mischung kam vor allem zu Stande, da der Workshop über unterschiedlichste Verteiler beworben wurde (u.a. durch uns, durch den Veranstaltungsort, durch Kooperationspartner:innen). Am Ende der 3-tägigen Workshopreihe waren tatsächlich auch drei Anträge sehr weit vorangeschritten. Heißt: es lohnt sich, den 3-teiligen Workshop durchzuführen. Selbst wenn nicht alle Teilnehmenden bis zum Ende bleiben: die, die es tun, haben am Ende einen fast fertigen Antrag in der Tasche. Die Aussicht, dass ein Antrag auch eingereicht wird und das Anliegen nicht im Sande verläuft ist maximal erhöht mit einem längeren Workshop.


> Kostenpunkte: Raummiete, Honorar Speaker:in/Moderation, Snacks & Getränke, Druckkosten Arbeitsmaterialien


> Kontakt-Person #raumkon19: Sarah Urban (sarah@konglomerat.org)


> Kontakt Norbert Rost: norbert.rost@zukunftsstadt.de / 0351 446 60 69


Foto: Ralf Menzel

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